Geschichte der
Marktgemeinde Maria Enzersdorf

ab 1300 ab 1800 ab 1900 ab 1940 ab 1960 ab 1980 ab 1990 ab 2000

2200 bis
400 v. Chr.
Grabungsfunde aus dem Bereich des Hirschkogels (Josef Leeb-Gasse / Pachergasse / Waldgasse) und aus dem südlichen Teil des Kalenderberges, die im Museum der Stadt Mödling aufbewahrt werden, sind die ältesten Zeugnisse für menschliche Siedlungen auf Maria Enzersdorfer Gemeindegebiet. Es gibt jedoch keinerlei Zeugnisse oder Aufzeichnungen für die Zeit bis zur ersten Namensnennung.
um 1130
Erste urkundliche Erwähnung des Ortes als «Engelschalkesdorf» in einem Traditionsbuch des Klosterneuburger Chorherrenstiftes.
 
Da bereits die Kelten und die Römer in dieser Gegend Wein angepflanzt hatten, und nicht nur die erste, sondern auch viele weitere urkundliche Erwähnungen mit dem Weinbau in Verbindung stehen, kann angenommen werden, dass der Weinbau den Ausschlag für eine ständige Besiedelung des Gemeindegebietes von Maria Enzersdorf gegeben hat. Wann diese einsetzte, konnte aber bisher nicht festgestellt werden. Der älteste Ortskern wird in der Mariazellergasse vermutet, dort befand sich auch der Dorfbrunnen.
um 1165
Errichtung der ältesten Teile der Burg Liechtenstein: der romanischen Pankratius-Kapelle mit einem nicht mehr erhaltenen Wohnturm über der Zisterne neben der Kapelle.
13. Jh.
Die Burg erhält durch Zubauten und Befestigungsanlagen ihre endgültige Größe.
1308
Erste urkundliche Erwähnung der Magdalenenkapelle (später in Johanneskapelle umbenannt) im Ortskern. Von dieser Kapelle existiert nur noch die Dreifaltigkeitsstatue des Hochaltares, welche in die der Hauptstraße zugekehrten Front des Hauses Herrgottschnitzergasse 1 eingelassen ist.
1395
Aus dem Ortsnamen «Engelschalkesdorf» hat sich die bis heute gebräuchliche Form «Enzersdorf» entwickelt.
1454
Gründung des Franziskanerklosters durch den hl. Johannes von Capistran.
1529
Türkische Truppen verwüsten das Dorf, die Weingärten und die Feste Liechtenstein.
1533
Die Franziskaner haben Kirche und Kloster zwar rasch wieder instandgesetzt, doch bedingt durch die Auswirkungen der Reformation müssen sie den Konvent auflassen. Die Gebäude werden profanen Zwecken zugeführt.
1590
Verleihung des blau-weißen Gemeindewappens mit dem Lamm durch Kaiser Rudolf II. Der Ort hat 86 Häuser und zählt zu den größten Dorfsiedlungen Niederösterreichs.
1632
Die Franziskaner kehren nach Enzersdorf zurück, Kloster und Kirche werden neu geweiht. Die Mönche tragen sehr wesentlich zur Rekatholisierung des Ortes und seiner Umgebung bei.
1656
Erste öffentliche Volksschule in Enzersdorf.
1683
Abermals zerstören türkische Truppen auf ihrem Marsch nach Wien die Weingärten, das Dorf und die Burg. Diese bleibt 200 Jahre lang Ruine.
1730
Aufstellung der Gnadenstatue «Maria Heil der Kranken» in der Klosterkirche der Franziskaner. Auf Grund zahlreicher Gebetserhörungen wird Enzersdorf, bisher erste Station der Wallfahrer auf der «Via Sacra» von Wien nach Mariazell, selbst ein vielbesuchter Wallfahrtsort.
 
Etwa zur gleichen Zeit lässt eine Wiener Adelsfamilie das «Schlösschen auf der Weide» (auch «Maria-Theresien-Schlössl» genannt) erbauen.
 
Rund 30 Jahre später wird das Schloss Hunyadi fertiggestellt.
1784
Der Ort wird zur Pfarre erhoben, deren Betreuung der Franziskanerorden übernimmt, und erhält einen Friedhof. Dieser erlangt wegen der Grabstätten des hl. Clemens Maria Hofbauer, des Dichters und Predigers Zacharias Werner u. a. bald überregionale Bekanntheit als «Romantikerfriedhof».
1807/08
Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein kauft Burg und Herrschaft Liechtenstein, lässt auf den damals kahlen Hügeln die Föhrenwälder pflanzen und diese mit romantischen Bauwerken ausschmücken, wie z.B. die künstlichen Ruinen Amphitheater, Schwarzer Turm und Rauchkogel. Das größte und schönste in diesem Gebiet von ihm errichtete Gebäude ist das von Josef Kornhäusl im klassizistischen Stil entworfene und 1821 vollendete Schloss Liechtenstein.
1842
Der erste Eisenbahnzug der Wien - Raaber Eisenbahn, heute Südbahn, rollt durch den Ort.
1872
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.
1885
Die Dampftramwaylinie Hietzing - Perchtoldsdorf wird bis Mödling verlängert. Der Ort, der sich inzwischen «Maria» Enzersdorf nennt, hat damit ein effizientes Verkehrsmittel für den Nahbereich erhalten.
1889
Südöstlich des Ortskernes entsteht ein zweites geistliches Zentrum, das Missionshaus St. Gabriel der Steyler Missionare SVD.
 
Im selben Jahr wird ein Postamt in Maria Enzersdorf eingerichtet.
1890
Die Reblaus vernichtet einen Großteil der Weinkulturen. Zahlreiche Weingärten werden zu Bauland umgewidmet, starker Zuzug aus Wien setzt ein. Handel und Gewerbe erleben einen Aufschwung, zahlreiche Vereinsgründungen geben dem gesellschaftlichen Leben neue Impulse.
1900
Der Wiederaufbau der Burg Liechtenstein, mit dem Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein den Architekten Humbert Ritter von Moltheim und nach dessen Tod den Architekten Gangolf Kayser beauftragt hatte, ist abgeschlossen.
1909/10
Die Schwestern vom Armen Kinde Jesus errichten in der Gießhübler Straße ein Kloster mit verschiedenen Schulen und Internat.
1921
Im Missionshaus St. Gabriel gründet Pater Maruszyk den heute weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Chor der «Sängerknaben vom Wienerwald».
 
Im selben Jahr wird die Dampftramway Wien - Mödling elektrifiziert.
1938
Maria Enzersdorf verliert seine kommunale Selbständigkeit und wird ein Teil des 24. Bezirkes von Groß-Wien.
1941
Im enteigneten Missionshaus St. Gabriel etablieren sich Verwaltungseinheiten der «Ostmark-Werke».
1945
Russische Truppen marschieren in Maria Enzersdorf ein und beschlagnahmen das Schloss Liechtenstein, den Wällischhof, den Lina-Hof und einige weitere Privathäuser.
1954 Maria Enzersdorf ist wieder eine selbständige niederösterreichische Gemeinde.
1955
Abzug der russischen Besatzungstruppen, der Ort wird zur Marktgemeinde erhoben.
1958
Errichtung der Hauptschule.
1961
Ein neuer Ortsteil entsteht: die als Gartenstadt konzipierte Südstadt. Die Landesgesellschaften Niogas und Newag (heute EVN) verlegen ihre Hauptverwaltung nach Maria Enzersdorf-Südstadt.
1964
Gründung und Bau des Klarissenklosters in der Zipsgasse.
1966
Errichtung der Volksschule Südstadt
1967
Umstellung der Straßenbahnlinie 360 (Wien - Mödling) auf Autobusverkehr.
1969
Bau der Kirche in der Südstadt.
1972
Der Philosophisch-Theologischen Lehranstalt in St. Gabriel wird das Recht zuerkannt, den Titel «Hochschule» zu führen.
1975
Durch die Errichtung der Südstadt hat sich die Einwohnerzahl von Maria Enzersdorf innerhalb von etwas mehr als 10 Jahren verdoppelt.
1976
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der holländischen Gemeinde Bergschenhoek.
1983
Gründung der Nestroy-Festspiele auf Burg Liechtenstein durch Prof. Elfriede Ott und Prof. Hans Weigel.
1988
Auflösung des Konventes der Schwestern vom Armen Kinde Jesus in der Gießhüblerstraße und Verkauf des Komplexes an die Erzdiözese, den Bund und die Gemeinde. Die Erzdiözese führt die bestehende Volksschule und den Kindergarten weiter, der Bund betreibt im Hauptgebäude ein Sportgymnasium.
1993
Die Südstadt, seit 1965 Expositur der Pfarre Hinterbrühl, wird zur eigenen Pfarre erhoben.
1995
Einrichtung eines Weinbaumuseums in der Burg Liechtenstein.
1999
Der Gemeinderat beschließt, dass der Zusatz «am Gebirge» beim Ortsnamen Maria Enzersdorf wegzulassen ist. Der diesbezügliche Beschluss des NÖ. Landtages erfolgte am 16.12.1999.
2001 Einführung der Maria Enzersdorf-Card, M.E.-Taxi, Bücherei, Eintritt ins Bad Hotel Böck
2002 100-jähriges Jubiläum der Volksschule Schulplatz 2
2002 Neue Bücherei
2003 Volksschule Südstadt - Generalsanierung (2000 - 2004)
2003 Errichtung Wallnerteich - Neugestaltung der Altstoffsammelinsel
2004 Öffentliche Beleuchtung - Herzeigeprojekt
2006
Beendigung der 30jährigen Partnerschaft mit Bergschenhoek, Ehrungen und Eröffnung «Arie van Gent-Weg»
2006
Marienhöhe - Lösung zur Sicherung erreicht
2007
Startschuss für die Ortsentwicklung 
2007
Gemeinde Maria Enzersdorf für Energiebuchhaltung ausgezeichnet 
(Adobe Acrobat Datei: 57 kb)
2007 Übersiedlung des Gemeindeamtes
2007 6.8.2007: Das Gemeindeamt, Hauptstraße 37, wird eröffnet.

Broschüren und Publikationen der Marktgemeinde

Der Weinbau, jahrhundertelang der wichtigste Wirtschaftszweig des Ortes, hat nach dem 2. Weltkrieg immer mehr an Bedeutung verloren. Maria Enzersdorf ist auf Grund seiner verkehrsgünstigen Lage am Rande der Bundeshauptstadt, wegen der schönen Umgebung und der vorbildlichen kommunalen Einrichtungen ein hochgeschätztes Wohngebiet geworden.

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zuletzt geändert: 28.8.2008