Ingeborg Bachmann ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts. Der Gedichtband „Anrufung des Großen Bären“ oder das Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ sind Meilensteine auf ihrem Weg zum Erfolg.
Geboren in Klagenfurt, wo sie auch zur Schule geht, verbringt sie die Sommer im dörflichen Gailtal, dem Schnittpunkt der drei großen europäischen Sprachfamilien, die prägend für ihr Schaffen werden. In Innsbruck, Graz und Wien studiert sie Philosophie, Psychologie und Germanistik, und schließt mit einer Doktorarbeit über Martin Heidegger ab.
Bekannte Literaten wie Hans Weigel, Paul Celan und Max Frisch säumen ihren Liebes- und Lebensweg, oft mit enttäuschendem Ausgang. So endet die Beziehung zu Max Frisch, der sie wegen einer jungen Studentin verlässt, in einem psychischen Zusammenbruch, den sie lange nicht überwinden kann. Allein mit dem homosexuellen Komponisten Hans Werner Henze verbindet sie eine 20 Jahre andauernde Freundschaft und Liebe bis zum Tod.
Ingeborg Bachmann bleibt trotz aller Erfolge rastlos und suchend. Sie lebt in Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, gewinnt unzählige Preise wie den Büchnerpreis und ist für den Nobelpreis nominiert. Aber ist sie auch glücklich?
Einer der letzten Besucher berichtet: „Ich war zutiefst erschrocken über das Ausmaß ihrer Tablettensucht. Es müssen an die hundert Stück pro Tag gewesen sein. Der Mülleimer ging über von leeren Schachteln. Sie hat schlecht ausgesehen, wachsbleich, am Körper voller Flecken. Dann, als ich sah, wie ihre Gauloise, die sie rauchte, aus der Hand glitt und auf dem Arm ausbrannte, wusste ich´s: Brandwunden, verursacht durch herabfallende Zigaretten. Die vielen Tabletten hatten ihren Körper schmerzunempfindlich gemacht.“
Im September 1973 brennt ihre römische Wohnung, ausgelöst durch eine beim Einschlafen vergessene Zigarette. Ingeborg Bachmann erleidet schwere Verbrennungen – rund drei Wochen später stirbt sie in Rom.