Kinderlieder wie „Alle Vögel sind schon da“ oder „Kuckuck, Kuckuck, ruft`s aus dem Wald“ sind uns allen – von klein auf – ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass sie aus der Feder von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben stammen, der als Sohn des Gastwirts und Bürgermeisters in Fallersleben zur Welt gekommen ist.
Mit 18 Jahren beginnt er in Göttingen sein Studium der Theologie „mit wenig Geld und wenig Lust“, wie er selbst schreibt. Sein wirkliches Interesse gehört dem klassischen Altertum. Doch als er in Kassel mit Jakob Grimm zusammentrifft, fragt dieser, ob ihm das eigene Vaterland nicht näher läge. So wechselt er zur Germanistik und deutschen Philologie.
Seine spätere Berufsbahn ist durch Höhen und Tiefen geprägt, die hier aufzuzählen den Rahmen völlig sprengen würde. Grund dafür ist jedenfalls das politische Chaos, das durch die Niederlage Napoleons und die wiedererstandene Kleinstaaterei und die damit verbundene Aufhebung erkämpfter Bürgerrechte entsteht. Vor allem an Universitäten wächst der Widerstand und mündet 1848 in eine Revolution.
Sicher trägt auch die Gedichtsammlung „Unpolitische Lieder“ von Hoffmann von Fallersleben dazu bei, die keineswegs unpolitisch war und mit 12.000 Exemplaren reißenden Absatz findet. Für viele Machthaber wird er zum gefährlichen Feindbild, verliert Professuren, muss fliehen, findet anderswo Unterschlupf – einmal als Kuhknecht – oder er wird in einem anderen Kleinfürstentum wieder groß gefeiert.
Als Verfechter eines geeinten Deutschlands schreibt er das „Lied der Deutschen“, das 1922 zur deutschen Nationalhymne erklärt wird. Im „Dritten Reich wird nur die erste Strophe „Deutschland, Deutschland über alles“ gesungen. Heute besteht die deutsche Nationalhymne nur noch aus der dritten Strophe, die mit den Worten beginnt: „Einigkeit und Recht und Freiheit“.