Goethe, der Dichterfürst, wie er gerne genannt wird, stammt aus einer begüterten Frankfurter Bürgerfamilie. Schon wie sein Vater, ein Jurist und Kaiserlicher Rat, studiert er die Rechtswissenschaften, erfand aber bereits als Kind Märchen, die er in seinem Puppentheater anderen Kindern mit Begeisterung vorspielte.
Im Laufe seines Lebens schrieb er über 3000 Gedichte und unzählige Theaterstücke. Seinen ersten großen Erfolg kann er mit 24 Jahren mit dem Stück „Götz von Berlichingen“ feiern, mit dem in der Volksseele tief verankerten Zitat, „Er kann mich im Arsche lecken“.
Ein Jahr darauf schreibt er den schwärmerischen Roman „Die Leiden des jungen Werther“, als Folge einer unerfüllten Liebe. Das Buch wird zum Bestseller. Die beschriebenen Gefühlsaufwallungen trafen genau den Nerv der „Sturm und Drang Zeit“ und lösten sogar eine Selbstmordwelle unter jungen Männern aus.
Mit 26 Jahren holt ihn sein Freund und Gönner, Herzog Carl August, in die Residenzstadt Weimar. Dort übernimmt Goethe politische Ämter, wird Minister, leitet das Hoftheater, befasst sich bis ins hohe Alter wissenschaftlich mit Fragen der Geologie, Botanik, Mineralogie und verfasst eine Farbenlehre.
Amtsmüdigkeit und Liebeswirren stürzen ihn nach 10 Jahren Weimar in eine Lebenskrise. Lange Italienreisen mit neu entbrannter Liebe zu einer feurigen Römerin, lassen sein schöpferisches Talent wieder erblühen. Diese Wiedergeburt, wie er es selbst nannte, beflügelte ihn später zu den „Römischen Elegien“, einem seiner wichtigsten lyrischen Werke.
Zurück in Weimar bleiben seine Schaffenskraft und sein Ruhm ungebrochen und er trifft Größen dieser Zeit, wie Napoleon oder Beethoven. Goethes „Faust“, eine Tragödie in zwei Teilen, gilt als bedeutendstes Werk der deutschen Literatur. 60 Jahre lang arbeitete Goethe immer wieder an dieser Aufgabe, eine Menschheitsparabel zu schaffen. Es ist wohl unbestritten das Haupt- und Schlüsselwerk des Dichters.
Goethes Beziehung zu Frauen bleibt sein Leben lang kompliziert. Mit 57 Jahren entschließt er sich nach langer wilder Ehe seinen „Bettschatz“, die fast 17 Jahre jüngere Christiane Vulpius zu heiraten, die aus ganz einfachen Verhältnissen kam. Als sie stirbt, bleibt Goethe dem Begräbnis fern.