Trotz seines kurzen Lebens hat Georg Heym ein schriftstellerisches Werk hinterlassen, das ihn zu einem der bedeutendsten Lyriker der deutschen Sprache macht. Er ist Wegbereiter des literarischen Expressionismus, der in der Folge viele Dichter und Dichterinnen beeinflusst hat. In seinem Nachlass finden sich rund 500 Gedichte und lyrische Entwürfe, die in einem kurzen Zeitrahmen entstanden sind. Aber auch 16 unvollendete Dramen.
Aufgewachsen in einem sehr konservativen Elternhaus, versucht er sich sehr bald aus dieser düsteren Umklammerung zu lösen. Sein Vater ist Staatsanwalt, tief religiös und schwermütig. Die Mutter ist eine stille, im Hintergrund der Familie stehende Person und die Schwester neigt, wie der Vater, auch zu Schwermut.
Sein Bezug zum Vater lässt ihn bereits sehr früh mit dem Schreiben beginnen. Auslösend ist der nervliche Zusammenbruch des Vaters, der in seiner Funktion als Staatsanwalt einer Hinrichtung beiwohnen musste.
Geboren in Hirschberg in Schlesien, muss Georg Heym sehr oft die Schule wechseln, da der Beruf des Vaters dies erfordert. Nur unter Schwierigkeiten schafft er einen Abschluss von Gymnasium und Universität. Er hat auch Probleme mit der Rechtschreibung, die den Verlagen zusätzliche Arbeit macht und das Drucken der Texte oft verzögert, deren Qualität aber unangefochten ist.
Am 16. Jänner 1912 trifft sich Heym mit einem Freund, um auf der Havel Schlittschuh zu laufen. Der Freund stürzt in ein Wasserloch und Heym will ihn retten. Das Eis bricht und beide ertrinken.
Das schlichte Grab des Dichters befindet sich in Berlin-Charlottenburg. Wie eine Vorahnung mutet Heyms Tagebucheintragung vom 30. Oktober 1910 an:
„Auf meinem Grabstein soll nichts anderes stehen als KEITAI. Kein Name, nichts. KEITAI. Er schläft, er ruhet aus“.