Kurt Tucholsky ist ein bekannter Schriftsteller, der besonders in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen viel und gern gelesen wurde. Geboren in Berlin, in eine wohlsituierte deutsch-jüdische Familie, genießt er eine gut fundierte Schul- und Universitätsbildung, die ihn die Macht der Sprache sehr schnell erkennen lässt.
So wird die Literatur seine Leidenschaft und schon während der Studienzeit fährt er mit einem Freund nach Prag, um seinen Lieblingsautor Max Brod und Franz Kafka persönlich zu treffen. Nach Studienabschluss muss er zum Militär, wo es ihm, als überzeugten Pazifisten gelingt, im Krieg keinen einzigen Schuss aus dem Gewehr abzufeuern.
Als Satiriker wird er rasch bekannt, vor allem durch die Mitarbeit an der linksgerichteten Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“. Er schreibt auch Bücher und um den Verkauf anzukurbeln, eröffnet er mit einem Freund am Berliner Kurfürstendamm eine „Buchbar“, wo sie für jedes verkaufte Buch ein Glas Schnaps gratis dazu anbieten.
Die Weimarer Republik bekommt 1933 ihren Todesstoß, vor dem Tucholsky eindringlich gewarnt hatte. Die Nationalsozialisten ergreifen die Macht und fünf Monate später werden auch Tucholskys Bücher verbrannt und verboten. Er verliert sogar die deutsche Staatsbürgerschaft. Da ist er aber bereits nach Schweden geflohen. Dort schreibt er unbeirrt weiter, auch Gedichte, und es entstehen Bestseller wie „Schloss Gripsholm“, das nach dem 2. Weltkrieg auch einfühlsam verfilmt worden ist.
1935, knapp vor Weihnachten, nimmt Tucholsky eine Überdosis Schlaftabletten, fällt ins Koma und stirbt zwei Tage später in einem Krankenhaus in Göteborg. Sein Grab ist in Mariefred, am Mälarsee, in der Nähe von Schloss Gripsholm.