„Der Friedrich-Schiller-Code“… kein Spielfilm, jedoch eine spannende Geschichte zum Kopf des berühmten Dichters… doch dazu später.
Friedrich Schillers Leben fällt in eine Zeit von Wandel und politischen Umbrüchen, die sich in seinem Werdegang und Denken deutlich widerspiegeln. In Frankreich ist Revolution und in Deutschland regieren Fürsten, die oft mit Willkür jeden freien Geist unterdrücken.
Geboren als Sohn eines Offiziers und Wundarztes, ist seine Laufbahn vorerst vorgezeichnet. Er kommt in Stuttgart auf die Militärakademie, wo der Drill so unerträglich hart ist, dass der 15-Jährige zum Bettnässer wird. Später, als Militärarzt, betreut er ein Regiment der „Herzoglich Württembergischen Armee“ mit – wie er selber schrieb – „240 fast ausschließlich Invaliden und Krüppel“.
„Die Räuber“ ist sein erstes Drama, das veröffentlicht wird. Das Spannungsfeld zwischen Gesetz und Freiheit löst in Mannheim Begeisterungsstürme aus. Die Aufführung muss Schiller allerdings heimlich besuchen, da der Fürst keine Erlaubnis dazu gegeben hatte.
Überhaupt verschlechtert sich das Verhältnis zum despotischen Landesfürsten immer mehr. So bleibt ihm schließlich nur die Flucht nach Mannheim, wo er dann unter fremdem Namen lebt. Seine Schaffenskraft und sein Erfolg wuchsen aber mit jedem Tag. Dramen, wie „Luise Millerin“ oder „Kabale und Liebe“ werden überall bejubelt, sodass der kunstsinnige Herzog Carl August von Sachsen-Weimar ihn mit dem Titel „Weimarischer Rat“ auszeichnet, ein Titel ohne Geld, was Schiller fast in den Schuldturm treiben sollte.
1785 bittet ihn einer seiner Gönner die Ode „An die Freude“ zu schreiben, die von Beethoven vertont, heute zur Europa-Hymne geworden ist.
In Weimar entwickelte sich auch die Freundschaft zu Goethe, die mit der Zeit zu einem innigen Verhältnis wurde.
Schiller stirbt mit 45 Jahren an tuberkulöser Lungenentzündung. 21 Jahre später sollten die Gebeine vom Friedhof in die Weimarer Fürstengruft übersiedelt werden, man konnte diese aber nicht mehr mit Sicherheit Schiller zuordnen. So schaffte man jene, die man für richtig hielt, zunächst in die Weimarer Bibliothek, wo Goethe den Schädel heimlich auslieh, um das Gedicht „Bei Betrachtung von Schillers Schädel“ zu verfassen. Die sterblichen Überreste kamen 1827 in die Fürstengruft, wo auch Goethe auf eigenen Wunsch neben Schiller die letzte Ruhe fand.
1911 tauchte ein weiterer Schädel auf, den man Friedrich Schiller zuschrieb. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Der Friedrich-Schiller-Code“ stellte man erst 2008 durch eine DN-Analyse fest, dass keiner der Schädel von Schiller war. Das Skelett in Schillers Sarg konnte mindestens drei verschiedenen Personen zugeordnet werden – der Sarg von Friedrich Schiller in der Fürstengruft steht heute leer.